Stativkopf

Wozu braucht man einen Stativkopf?

Der Stativkopf sitzt zwischen dem Stativ und der Foto- oder Film-Kamera. Er ermöglicht die Bewegung der Kamera in unterschiedliche Richtungen, beziehungsweise ihre Ausrichtung. Er wird auf das Stativ aufgeschraubt und die Kamera dann auf dem Stativkopf. Wechselt man häufiger zwischen verschiedenen Apparaten, so empfiehlt es sich eine Schnellwechselplatte für die Kamera anzuschaffen. Es gibt auch Stative, bei denen der Stativkopf fest verbaut ist. Welche genau, erfahren Sie in unserem Stativ Test.

Damit die Foto- oder Film-Kamera nicht beim Lösen einer Feststellschraube am Stativkopf plötzlich wegkippt und so schlimmsten Falls Beschädigungen entstehen, werden die beweglichen Teile mit einer gewissen Reibung versehen. Diese Friktion ist also gewollt und kann bei guten Stativköpfen eingestellt werden, um das Gerät an unterschiedlich schwere Kameras anzupassen. Je nach Größe des genutzten Objektivs kann das Gewicht der gesamten Apparatur mehrere Kilogramm betragen. Daher werden Stativköpfe für Belastungen bis zu 50 Kilo gebaut. Man sollte, ausgehend von der geplanten Traglast, stets das nächst belastbarere System wählen.

Manfrotto Befree Stativkopf

Manfrotto Befree Stativkopf

Neben Belastung und Friktion sind noch weitere Kriterien für die Wahl des passenden Stativkopfes entscheidend. Je nach Anwendungsbereich gibt es verschiedenen Stativköpfe, die für Foto oder Videoaufnahmen geeignet sind:

  • Stativ Kugelkopf
  • 3-Wege-Neiger
  • 2-Wege-Neiger
  • Panoramakopf
  • Getriebeneiger

Verschiedenen Modelle von Stativköpfen

Kugelkopf

Der Kugelkopf oder auch Kugelgelenkkopf ermöglicht eine sehr intuitive Bedienung und ist mit einem Handgriff frei in allen Achsen zu verändern. Sowohl die horizontale und vertikale Ausrichtung, als auch die seitliche Neigung sind über das Kugelgelenk flexibel einstellbar. Die Bedienung ist dadurch sehr einfach und schnell. Damit ist der Stativ Kugelkopf besonders für Portraitaufnahmen oder Motive geeignet bei denen man schnell den Ausschnitt verändern möchte. Der Stativ Kugelkopf birgt jedoch den Nachteil, dass die einzelnen Achsen nur sehr schwer genau eingestellt werden können. Die Position wird stets mit nur einem Klemmhebel arretiert. Für Film- oder Videokameras ist er eher weniger geeignet, da ein kontrollierter Kameraschwenk ohne ungewollte Bewegungen kaum möglich ist.

Es gibt den Kugelkopf auch mit einer zusätzlichen horizontalen Einstellung, um beispielsweise Panoramaaufnahmen zu erleichtern. Aber auch dann ist der Schwenk nur in der horizontalen kontrolliert ausführbar.

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3-Wege-Neiger

Der Dreiwegeneiger wird auch als Kinoneigekopf bezeichnet. Bei diesem Stativkopf lassen sich die drei Achsen unabhängig voneinander verstellen. Es ist also möglich in der Horizontalen zu schwenken, nach oben und unten zu neigen, sowie die Kamera seitlich zu kippen. Dadurch kann man beim Fotografieren vom Quer- ins Hochformat wechseln. In manchen Modellen ist eine Wasserwaage, eine sogenannte Dosenlibelle, integriert. Sie hilft bei der exakten Ausrichtung der Kamera für Panoramaaufnahmen oder einen horizontale Schwenk. Man kann diese auch nachrüsten, beispielsweise gibt es Modelle, die auf den Blitzschuh der Kamera aufgesteckt werden können.

Mit dem Dreiwegeneiger ist eine sehr genau Einstellung der Kameraposition möglich, da stets nur eine Richtung verändert werden kann. Jedoch dauert die Positionierung mit den drei Griffen, von denen jeder einzeln arretiert werden muss, deutlich länger, als beim Kugelkopf.

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2-Wege-Neiger

Der 2-Wege-Neiger ist eine vereinfachte Form des 3-Wege-Neigers. Er wird auch als Videoneiger oder Videokopf bezeichnet. Er ist, auch wenn ihm eine Bewegungsebene fehlt, keine Sparversion des Dreiwegeneigers. Was ihn von diesem unterscheidet ist, dass die Nutzung sich auf Filmaufnahmen konzentriert, bei denen es nicht nötig ist vom Quer- ins Hochformat zu wechseln. (Denn Leinwand und Fernseher sind auf das Querformat festgelegt.)

Dafür ist dieser Stativkopf darauf ausgelegt im Video- und Filmbereich genutzt zu werden. Dies bedeutet häufig, dass besonderer Wert auf weiche und ruckfreie Schwenkbewegungen gelegt wird. Dazu haben Videostative meist einen längeren Hebelarm und eine besondere Lagerung. Um Vibrationen oder Drehgeräusche zu verhindern oder zu mindern gleitet bei guten Videostativen die Achse auf einem dünnen Fett-/Ölfilm, einem Fluidsystem. Soll bei der Schwenkfunktion der Start und die weitere Bewegung völlig störungsfrei sein, so ist ein Friktionssystem mit Zahnrädern (gegebenenfalls mit elektrischem Antrieb und Start-/Stoppprogrammierung) die optimale Lösung. Diese Technik wird jedoch nur im oberen Preissegment angeboten.
Bei allen Möglichkeiten ist der Zwei-Wege-Neiger ein hochspezialisierter Stativkopf und für die Fotografie weniger gut geeignet. Er muss genau lotrecht positioniert werden, da ein schiefer Horizont mit den beiden vorhandenen Verstellmöglichkeiten nicht korrigiert werden kann. Außerdem sind Videoneiger oft schwerer als Fotoneiger, da sie darauf ausgelegt sind schwere Filmkameras zu tragen.

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Panoramakopf

Der Panoramakopf dient vor allem dazu Panoramabilder präzise zu erstellen. Um die Einzelbilder genau anschließen zu können verfügt er über eine Gradeinteilung. Da beim Panoramabild der exakte Horizont extrem wichtig ist, ist am Panoramakopf auch meist eine Wasserwaage (Libelle) für jede Bewegungsachse angebracht.

Bei professionellen Einzelbildpanoramen wird die Differenz zwischen dem Drehpunkt des Stativs und dem optischen Drehpunkt des an der Kamera befindlichen Objektivs korrigiert. Hier kommt zum Panoramakopf noch ein Nodalpunktadapter zum Einsatz.

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Getriebeneiger

Der Getriebeneiger ist eine Sonderform des 3-Wege-Neigers. Bei diesem Stativkopf wird die Kamera über Stellschrauben, die auf Feintrieben arbeiten, positioniert. Der Vorteil ist, dass die Einstellung sehr feinfühlig erfolgen kann und dass auch schwere Kameras nicht plötzlich absinken können. Von Nachteil ist, dass man dafür relativ viel Zeit benötigt. Schnelle Positionswechsel sind mit diesem Stativkopf nicht möglich.

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